Der Überflutungsnachweis nach DIN 1986-100 ist ein zentrales Instrument der technischen Entwässerungsplanung. Er dient dem Nachweis, dass bei außergewöhnlichen Regenereignissen keine Überflutungen von Gebäuden oder Grundstücken auftreten, die über das zulässige Maß hinausgehen.
Im Rahmen des Nachweises werden Regenereignisse mit definierten Wiederkehrzeiten (in der Regel 5-, 10- oder 30-jährlich) angesetzt und mit hydrodynamischen Simulationsmodellen oder vereinfachten Berechnungsverfahren überprüft. Dabei werden Grundstückcharakteristik, Geländeneigungen, Abflussbeiwert, Kanalnetzkapazität und Rückstauverhalten detailliert berücksichtigt.
Die Ergebnisse zeigen, ob vorhandene oder geplante Entwässerungssysteme die erforderlichen Bemessungsniederschläge sicher ableiten können oder Anpassungs- und Schutzmaßnahmen (z. B. Rückstauverschlüsse, Geländeanpassungen, Retentionsflächen) erforderlich sind.
Mit der Erstellung solcher Nachweise wird eine rechtssichere Grundlage für Bauherren, Planer und Genehmigungsbehörden geschaffen – insbesondere im Zuge von Bauanträgen, wasserrechtlichen Verfahren oder im Rahmen der Gefährdungsbewertung.